"Eisern" setzt er Visionen in Objekte um

Wer rastet, der rostet (?)
Dani Troll      Kerzenständer
Seinen Skulpturen begegnet man in und um Bremgarten da und dort und seinen Risotto zu geniessen, ist ein kulinarisches Erlebnis. Die Rede ist vom Kunstschaffenden Dani Troll.

Im Gespräch mit einem Kunstschaffenden sucht man stets den entscheidenden Impuls, der ihn dazu brachte, den künstlerischen Weg einzuschlagen. Betrachtet man die eindrücklichen und in ihren Aussagen massiven Me-tallskulpturen von Dani Troll, dann könnte man dazu neigen, beruhigt den gescheiterten Bubentraum als Gokartbauer zur Kenntnis zu nehmen. Geblieben aus dieser Epoche als 15-jähriger Bremgarter Schüler sind ihm aber die ersten Schweissversuche und die Verarbeitung von Schrott zu Objekten. Diese ersten selbstgeschaffenen Skulpturen eröffneten ihm eine Welt, die ihn bis heute nicht mehr loslässt. Es sind die Lust und Freude die eige-ne Kreativität umzusetzen. Lichtobjekte, Tische, Uhren, Kerzenständer usw. so zu gestalten, dass sie ihren Platz in anderen Räumen finden können.

Neben "brotberuflicher" Tätigkeit befasst sich Dani Troll seit 35 Jahren mit der Gestaltung von Gebrauchsge-genständen der eher unkonventionellen Art und von kleineren und grösseren Skulpturen. Einigen davon begeg-net man beim alltäglichen Weg nach Bremgarten oder in der Stadt Bremgarten. So zum Beispiel im Garten der Goldschmiedin Karin Schaufelbühl oder vor der Buchhandlung INDERGASSE, bei der Firma Elro in der Oberen Ebenen Bremgarten oder in Eggenwil beim Restaurant Sternen.

Skulpturen

Mit seinem künstlerischen Schaffen hat Dani Troll schon viele neue Akzente gesetzt. Eindrücklich sind aber nicht nur seine verschiedenen Skulpturen, sondern auch seine Bereitschaft seinen Auftraggeberinnen und -gebern zuzuhören. So werden nach einem Gespräch letztlich aufgrund seines Könnens und seiner Erfahrung die eigenen Vorstellungen und Wünsche umgesetzt. Betrachtet man seinen Weg als Eisenplastiker, dann darf man sicher die alte Weisheit "Wer rastet, der rostet" anfügen, denn Dani Troll rastet in keiner Art und Weise. So sind ihm seine jugendlichen Drangjahre, als er noch geschweissten Schrott in Skulpturen verwandelte, geblieben. Mit Verlaub darf aber noch angefügt werden, dass er es trotzdem mit dem Begriff "rosten" ernst meint, denn seine Skulptu-ren müssen mit der Zeit leben und sich verändern, so dass Rost, den man an ihnen im Laufe der Jahre feststellen kann, ein wichtiges und gewolltes Zeichen der Zeit ist. Dadurch entsteht dieses einmalige Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die eine Hälfte (Chromstahl) bleibt in seiner ursprünglichen Beschaffenheit erhalten, während die andere den Lauf der Zeit zum Ausdruck bringt.

"Das offene Atelier"
Es wird keine Ausstellung stattfinden, dafür kann man Dani Troll in seinem Atelier besuchen und für einen Mo-ment verweilen. Das Atelier befindet sich an der Birrenbergstrasse 4, 5620 Bremgarten AG und ist wie folgt geöffnet: Montag bis Donnerstag, 21. bis 24. November, 9 bis 21 Uhr; Freitag, 25. November, 10 bis 16 Uhr; Freitag/Samstag 2./3. Dezember, 13 bis 22 Uhr, und Sonntag, 4. Dezember, 13 bis 17 Uhr.

Richard Wurz